„Meine erweiterte Patientenverfügung“ – Großes Interesse am Themenabend der kfd St. Bonifatius, Niederbieber (19.03.2026)

Mit dem Zitat „Wofür es sich lohnt zu Leben!“ begrüßte R. Greiwe am 10. März 2026 die Teilnehmer. Mit einem Glas Sekt wurde auf „das Leben“ angestoßen sowie erwartungsvoll in den Abend gestartet.

Zu Beginn ihres Vortrages machte M. Neuendorff – Seelsorgerin im Heinrich-Haus und Beraterin für Gesundheitliche Versorgungsplanung – allen bewusst, dass das Thema Vorsorgeverfügung, Patientenvollmacht und Betreuungsverfügung ein weitreichendes Spektrum umfasst und jeden etwas angeht. Also jeder, ob 18 oder 98, sollte sich Gedanken machen und seinen Willen festhalten.

„Was ist der Unterschied zwischen diesen Begriffen? Welche Folgen hat eine Verfügung oder Vollmacht? Was genau kann ich festlegen? Was kann ich selbst bestimmen, wenn es um meinen letzten Lebensabschnitt geht?“ Über diese Fragen konnte Frau M. Neuendorff professionell und gekonnt informieren.

Es ist wichtig, rechtzeitig festzulegen, wer einen wie vertritt. Das betrifft alle Angelegenheiten des Lebens, auch die Einwilligung in medizinische und hygienische Behandlungen, sowohl in ethischer als auch in religiöser Sicht. Gerade die Verbindung aller rechtlichen Aspekte ergab einen erweiterten Blick auf die Thematik.

Durch die aktive Teilnahme der Besucher war es ein gelungener kfd-Abend mit dem Fazit: Eine rechtzeitige und gute Vorsorge ist wichtig. Wenn alles geregelt ist, kann man ganz beruhigt sein und entspannt in die Zukunft schauen.

 


 

Bewegende Einblicke in das Leben palästinensischer Christen (03.03.2026)

Gebannt verfolgten die Zuhörer im gut gefüllten Saal des Gemeindehauses der ev. Marktkirche Neuwied dem Vortrag von Johannes Zang über das Leben der Christen in Palästina. Der aus Goldbach bei Aschaffenburg stammende Musiktherapeut und Journalist hat viele Jahre in Jerusalem gelebt und u. a. Gruppen als Pilgerführer in Israel begleitet. Seine besonderen Sprachkenntnisse in Arabisch und Hebräisch ermöglichen ihm tiefere Begegnungen mit den Menschen im Lande.

In Neuwied stellte er nun sein neues Buch vor „Und am Kontrollpunkt wartet die Erniedrigung“, Interviews mit  33 Christen im Alter zwischen 18 und 82 aus Palästina. Darin kommen immer wieder die Diskriminierungen, Schikanen und Benachteiligungen durch die israelische Besatzung im Westjordanland zur Sprache. Eine junge evangelische Pfarrerin kann nicht verstehen, dass ihr Großvater, der Diakon in Bethel war, nicht in seiner Heimaterde in Palästina beerdigt werden durfte. Ein koptisch-orthodoxer Christ gibt den deutschen Lesern mit auf den Weg: „Habt keine Angst wegen des Holocausts darüber nachzudenken, wer in Israel und Palästina heute Recht hat und wer nicht. Ihr müsst mit beiden Seiten reden und beide Perspektiven verstehen.“ Eine palästinensische Großmutter träumt davon, dass sie irgendwann mit ihren Enkeln auf einem Spielplatz sitzen und sich mit einer jüdischen Großmutter unterhalten kann, deren Kinder dort ebenfalls im Sandkasten spielen.
In der anschließenden Diskussionsrunde, in der neben großer Betroffenheit weiter nach Lösungsansätzen des grundlegenden Konflikts gesucht wurde, wurde auch deutlich, wie wichtig es ist, von solchen Lebensumständen hautnah zu erfahren, zumal im Land selbst Israelis häufig nichts von den Lebensumständen ihrer palästinensischen Mitbürger wissen.

Josef Freise und Martina Keiling als Vertreter des Arbeitskreises Palästina dankten zum Schluss dem Referenten für sein Engagement. Seine Einblicke seien Motivation für den Arbeitskreis, sich weiter solidarisch mit den Menschen in Palästina zu engagieren.