Der Kern des christlichen Glaubens liegt in der Überzeugung, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist und dass er durch seinen Tod und seine Auferstehung die Erlösung für die Menschheit ermöglicht hat. Das Wort „eucharistia“ aus dem Griechischen übersetzt heißt „Danksagung“. Und so feiert jede Eucharistiefeier ein „Danke sagen“ für das, was Jesus getan hat für dich, für mich, für alle. Christus ist die Mitte unseres Glaubens und öffnet uns die Tür zum Himmel, zur Ewigkeit.

Das Lied „Christus, göttlicher Herr“ ist ein Kirchenlied aus der Feder des Benediktiners Alphanus von Salerno, der im 11. Jahrhundert in Montecassino lebte und 1058 Erzbischof von Salerno war. Die drei Strophen betrachten Christus als göttlichen Herren, der von uns Menschen geliebt wird, der unsere Hoffnung und Zuversicht ist und dem wir im Glauben folgen. Es thematisiert die tiefe Sehnsucht, Liebe und Hingabe zu Christus. Weitere zentrale Zeilen sind: „Christus, du bist meine Hoffnung, mein Friede, mein Glück, all mein Leben.“ Das Lied betont die persönliche Beziehung zu Christus, die Suche nach ihm und die Bereitschaft, ihm nachzufolgen.

Die Liebe, die in Christus erfahren wird, ist selbstlos, gütig und beständig. Sie zeigt sich nicht nur in innerer Hingabe, sondern auch in konkreten Handlungen gegenüber anderen Menschen, wie Zuhören, Unterstützung und Empathie. Das sind Handlungen, die in besonderer Weise von Nachfolge sprechen.

Der Hymnus „Christus, göttlicher Herr“ wird im Stundengebet gesungen zur Komplet, dem Nachtgebet der Kirche. Zum Abschluss des Tages verankert sich der Mensch in Christus, der für ihn Kraft und Halt in jeder Dunkelheit des Lebens ist. Er weiß sich getragen von der lebensspendenden Liebe Gottes, die ausgegossen ist durch die Heilige Geistkraft Gottes in jedes menschliche Herz. Deswegen formuliert Alphanus in der 1. Strophe des Liedes „unbewusst, wer dich nicht kennt“.

Der „Christushymnus“ lädt ein, die Liebe zu Christus zu erspüren, zu meditieren und darin eine tiefe göttliche Geborgenheit zu erfahren.

Barbara Kolberg, die bis 2013 als Münsterorganistin in Freiburg tätig war und danach als freischaffende Musikerin und Pädagogin arbeitete, vertonte diesen Hymnus 2008. Stimme, Geist und Körper, das sind die zentralen Themen, die sie beschäftigen. Sie drückt es so aus: „Mich interessiert ‚brennend‘, aus welchem Geist wir wirken, uns ernähren und leben.“ Diesen Geist der Liebe zu Gott vertont sie.

Christian Scheinost, Pfr.